Wie wählt man eine Domain für ein AI-Projekt?

Autor: Veröffentlicht Aktualisiert

Kurz gesagt: Eine gute Domain für ein AI-Projekt sollte sich nach Gehör leicht schreiben lassen, zur Zielgruppe passen und das Produkt nicht auf eine einzige Funktion oder ein einziges Modell beschränken. Das Kürzel „AI“ kann den Charakter des Projekts schnell verdeutlichen, ist aber nicht zwingend erforderlich. Vor der Registrierung müssen Sie nicht nur die Verfügbarkeit der Adresse prüfen, sondern auch ähnliche Marken, Social-Media-Profile und die bisherige Nutzung der Domain.

Beginnen Sie mit dem Produkt und seiner Zielgruppe

Der Domainname sollte eine einfache Frage beantworten: Wer wird diese Adresse eingeben oder weitergeben? Ein Werkzeug für Entwickler braucht einen anderen Namen als ein Assistent für Buchhalter oder ein Fachnewsletter über künstliche Intelligenz.

Bei einem B2B-Projekt zählen Glaubwürdigkeit und die Möglichkeit, den Namen im Gespräch eindeutig zu nennen. Ein Verbraucherprodukt kann sich eine abstraktere oder umgangssprachliche Bezeichnung erlauben. Die Domain einer Personenmarke sollte dagegen meist auf Vor- und Nachnamen beruhen, wenn die Bekanntheit des Autors das wichtigste Kapital des Projekts ist.

Ein Werkzeug, das Produktbeschreibungen erstellt, kann beispielsweise einen Namen erhalten, der sich auf diese eine Funktion bezieht. Sind jedoch auch Bilder, Analysen und die Automatisierung des Shopbetriebs geplant, wird eine zu eng gefasste Domain mit reinem Textbezug irgendwann hinderlich. Sicherer ist ein übergreifender Name, unter dem sich weitere Funktionen entwickeln lassen.

Soll „AI“ im Domainnamen stehen?

Das Kürzel „AI“ vermittelt sofort die Produktkategorie. Es hilft besonders dann, wenn der Name selbst abstrakt ist und ohne zusätzlichen Kontext nicht erklärt, womit sich das Unternehmen beschäftigt. Es kann auch einen natürlichen Bestandteil eines Wortes oder eine kurze Endung des Namens bilden.

Sie sollten „AI“ jedoch nicht allein deshalb hinzufügen, weil das Projekt ein Sprachmodell nutzt. Für den Kunden kann das Ergebnis wichtiger sein: die schnellere Bearbeitung von Anfragen, das Ordnen von Dokumenten oder die Erstellung von Materialien. Die Technologie kann sich ändern, während das Problem des Nutzers gleich bleibt.

Ein guter Test ist, den Namen ohne Produktpräsentation vorzustellen. Kann die angesprochene Person ihn wiederholen und aufschreiben, ohne die Reihenfolge der Buchstaben zu verwechseln, besteht die Domain die erste Prüfung. Müssen Sie jedes Mal eine ungewöhnliche Schreibweise, einen Bindestrich oder ein Wortspiel erklären, wird der Markenaufbau aufwendiger.

Name und Endung sollten zusammenpassen

Die Domainendung steht hinter dem Namen, zum Beispiel .pl oder .com. Die Wahl hängt vor allem vom Markt und vom Vertriebsmodell ab. Ein auf Polen ausgerichtetes Projekt kann eine lokale Endung verwenden. Ein Produkt, das von Anfang an für mehrere Märkte entwickelt wird, braucht dagegen eine Adresse, die auch außerhalb des Landes verständlich ist.

Es gibt keine Regel, nach der allein die Endung einem Projekt Erfolg oder Sichtbarkeit sichert. Wichtiger ist, ob die gesamte Adresse glaubwürdig wirkt, nicht der Domain eines anderen Unternehmens ähnelt und nicht ständig erklärt werden muss. Eine ungewöhnliche Endung kann gut zu einer Technologiemarke passen, doch manche Nutzer werden aus Gewohnheit eine ihnen bekannte Endung ergänzen.

Ist die gewünschte Adresse bereits vergeben, hängen Sie keine zufälligen Ziffern oder mehrere Bindestriche an. Besser ist ein kurzes Wort, das das Produkt, die Zielgruppe oder die Funktionsweise beschreibt. Vorsicht ist jedoch bei Namen geboten, die bestehenden Diensten ähneln: Die Verfügbarkeit einer Domain bedeutet nicht, dass Sie die betreffende Marke verwenden dürfen.

Prüfen Sie die Domain vor dem Kauf

Eine kurze Prüfung verringert das Risiko einer kostspieligen Namensänderung nach dem Produktstart. Gehen Sie vor der Registrierung in dieser Reihenfolge vor:

  1. Nennen Sie mehreren Personen die vollständige Adresse und bitten Sie sie, diese ohne Hilfestellung aufzuschreiben.
  2. Prüfen Sie bei einem Registrar die Verfügbarkeit der Domain und der wichtigsten ähnlichen Varianten.
  3. Suchen Sie nach identischen und ähnlich klingenden Namen von Unternehmen, Produkten und Apps.
  4. Prüfen Sie die Markendatenbanken der Märkte, auf denen Sie tätig werden möchten.
  5. Prüfen Sie die bisherige Nutzung der Domain, falls sie bereits registriert war.
  6. Sehen Sie nach, ob einheitliche Profilnamen in den für das Projekt benötigten Kanälen verfügbar sind.

Die Prüfung rechtlicher Konflikte erfordert mehr als eine einfache Suche nach dem Namen. Relevant sind unter anderem das Land, der Schutzumfang sowie die Waren- und Dienstleistungskategorien. Im Zweifel ist eine Beratung durch einen Spezialisten für Markenrecht erforderlich; dieser Text stellt keine Rechtsberatung dar. Die aktuellen Registrierungsregeln, den Verlängerungspreis und die Transferbedingungen sollten Sie beim Registrar oder beim Betreiber der jeweiligen Endung bestätigen lassen.

Bewerten Sie den Namen mit Blick auf die Weiterentwicklung

Vergeben Sie vor der Entscheidung für jeden Vorschlag jeweils 0 bis 2 Punkte für einfache Schreibweise, leichte Aussprache, Eignung für die Zielgruppe, Erweiterbarkeit des Produkts und Abgrenzung von der Konkurrenz. Diese Bewertung ersetzt keine Tests mit Nutzern, ermöglicht aber einen Vergleich nach denselben Kriterien, statt ausschließlich nach Geschmack zu entscheiden.

Registrieren Sie nicht viele mittelmäßige Varianten auf Kosten eines guten Namens. Wählen Sie zwei oder drei Adressen aus, testen Sie ihre Schreibbarkeit nach Gehör, führen Sie eine rechtliche Prüfung durch und ermitteln Sie anschließend die gesamten laufenden Kosten. Registrieren Sie die Domain erst, wenn Sie klar benennen können, für wen das Projekt gedacht ist und ob sein Name auch nach dem Hinzufügen weiterer Funktionen noch passen wird.

Siehe auch: Kann eine Domain mit einer Ziffer professionell wirken?

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