Majestic Million: Was das Ranking aussagt
Autor: Redaktion Domeny.ForSale Veröffentlicht
Kurz gesagt: Majestic Million ist eine Liste von einer Million Domains, geordnet nach der Anzahl der Subnetze, aus denen Majestic Links zu diesen Domains gefunden hat. Das Ranking beschreibt, wie präsent eine Domain im vom Tool untersuchten Linkgraphen ist, misst aber weder Traffic noch Einnahmen oder die Qualität einer Website direkt. Es eignet sich am besten als einer von mehreren Anhaltspunkten bei der Analyse von Domains und Links.
Was das Ranking genau zeigt
Majestic ist ein Tool, das Links zwischen Websites analysiert. Auf Grundlage seines eigenen Index erstellt es Majestic Million: eine Liste der Domains mit den meisten verweisenden Subnetzen. Eine Domain auf Platz 10 000 hat somit ein breiteres Profil verweisender Netze als eine Domain auf Platz 100 000 — zumindest nach den Daten und der Zählweise von Majestic.
Ein verweisendes Subnetz ist ein Teil der Netzwerkinfrastruktur, in dem sich Server befinden, die Links zur untersuchten Domain veröffentlichen. Die Zusammenfassung von Links auf Subnetzebene begrenzt den Einfluss sehr vieler Links, die von Hunderten Websites innerhalb desselben Netzes stammen. Ein einzelner Betreiber kann zahlreiche Websites auf zusammengehörigen IP-Adressen betreiben, ohne dass dies eine entsprechend breite Popularität im Internet bedeutet.
Der genaue Umfang des Index, die Aktualisierungshäufigkeit und die in der Datei verfügbaren Felder können sich ändern. Bevor die Daten in betrieblichen Abläufen verwendet werden, sollten die aktuelle Methodik und die Bedingungen für den Download in der offiziellen Dokumentation von Majestic geprüft werden.
Was eine Platzierung in Majestic Million nicht bedeutet
Die Aufnahme in die Liste ist weder ein Qualitätssiegel noch eine Bestätigung dafür, dass eine Domain wertvolle Inhalte bietet. Das Ranking zeigt auch keine Nutzerzahlen. Eine Website kann ein umfangreiches Linkprofil haben und dennoch aktuell wenig Traffic erhalten, weil manche Links auf ältere Inhalte verweisen oder von selten besuchten Seiten stammen.
Die Platzierung ist nicht zu verstehen als:
- Kennzahl für Seitenaufrufe oder die Anzahl einzelner Nutzer,
- Bewertung des finanziellen Werts einer Domain oder eines Unternehmens,
- Bewertung der Sicherheit einer Website,
- Garantie für Sichtbarkeit in Suchmaschinen,
- vollständige Übersicht aller im Internet vorhandenen Links.
Jedes Tool, das das Internet indexiert, erfasst nur einen Teil davon. Zwei Plattformen zur Linkanalyse können deshalb unterschiedliche Zahlen nennen, obwohl sie dieselbe Domain untersuchen. Eine Abweichung muss kein Fehler sein: Sie kann auf unterschiedliche Indizes, Aktualisierungszeitpunkte und Regeln zur Gruppierung der Daten zurückgehen.
Wie sich das Ergebnis an einem konkreten Beispiel einordnen lässt
Angenommen, du vergleichst zwei Domains für ein Branchenportal. Domain A steht in Majestic Million, Domain B dagegen nicht. Das deutet darauf hin, dass Majestic für Domain A Links aus einer größeren Anzahl verweisender Subnetze gefunden hat. Dieses Ergebnis allein bedeutet jedoch nicht, dass A der bessere Kauf wäre.
Unter Domain A könnte früher eine beliebte Website betrieben worden sein, die später aufgegeben wurde. Die Domain könnte auch automatisch erzeugte oder thematisch unpassende Links gesammelt haben oder Links zu Unterseiten, die nicht mehr existieren. Domain B kann dagegen eine kürzere Geschichte, einen guten Namen und einige passende Links von angesehenen Branchenwebsites haben. Für die Auswahl muss daher der Kontext geprüft werden, nicht nur die Platzierung in der Liste.
Bei der Analyse einer konkreten Domain bietet sich folgendes kurze Vorgehen an:
- Prüfe, ob die Domain in der aktuellen Liste steht und welchen Platz sie belegt.
- Prüfe, welche Domains und Seiten die Links veröffentlichen.
- Beurteile, ob die Links thematisch zur geplanten Nutzung der Domain passen.
- Sieh nach, auf welche Unterseiten die Links führen und ob sich unter diesen Adressen sinnvoll Inhalte bereitstellen lassen.
- Prüfe die bisherigen Inhalte, mögliche Weiterleitungen sowie Anzeichen für Spam oder das Vortäuschen einer Zugehörigkeit zu einer fremden Marke.
Wofür die Liste nützlich sein kann
Majestic Million bietet einen Vergleichsmaßstab für große Domainbestände. Ein Administrator kann beispielsweise die Aufnahme in die Liste als eines von mehreren Signalen zur Klassifizierung von Websites verwenden. Ein Marktanalyst kann damit vergleichen, wie präsent die Domains von Wettbewerbern im Linkgraphen sind.
Die Liste eignet sich auch zur Vorauswahl abgelaufener Domains. Sie sollte jedoch nicht automatisch über einen Kauf entscheiden. Vor einer Transaktion müssen das Linkprofil, die frühere Nutzung der Domain, mögliche Markenkonflikte und der Zustand der Domain anhand anderer verfügbarer Tools untersucht werden. Eine hohe Platzierung kann sowohl auf natürliche Popularität als auch auf eine Vorgeschichte zurückgehen, die der neue Eigentümer nicht übernehmen möchte.
Majestic Million und andere Kennzahlen von Majestic
Die Platzierung im Ranking zeigt, wo eine Domain im Vergleich zu anderen Domains nach einem bestimmten Kriterium steht. Sie ersetzt keine Kennzahlen, mit denen sich die Beschaffenheit des Linkprofils beurteilen lässt. In den Analysen von Majestic finden sich unter anderem Trust Flow, das die Nähe zu einer Auswahl vertrauenswürdiger Quellen über Linkverbindungen beschreibt, sowie Citation Flow, das die aus Links abgeleitete Stärke nach dem Modell des Tools angibt.
Auch diese Kennzahlen sind keine Bewertungen durch eine Suchmaschine und sollten nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage dienen. Als nächster praktischer Schritt empfiehlt es sich, nicht nur die Platzierung der Domain in Majestic Million zu prüfen, sondern vor allem die Quellen ihrer stärksten Links und die Geschichte der Seiten, auf die diese Links führen.
Siehe auch: Ist ein Domainwechsel bei einem bestehenden Projekt sinnvoll?
