Was ist ARD? Ressourcensuche für AI-Agenten
Autor: Redaktion Domeny.ForSale Veröffentlicht Aktualisiert
ARD (Agentic Resource Discovery) ist eine offene Spezifikation zur Beschreibung und Suche von Ressourcen, die AI-Agenten nutzen können. Sie hilft einer Anwendung, ein Werkzeug, einen MCP-Server, einen anderen Agenten oder eine Anleitung zu finden, die zur Aufgabe des Nutzers passt. Sie verbindet die von den Ressourceninhabern veröffentlichten Beschreibungen mit Registern, die diese indexieren und durchsuchbar machen. Grundlage dieses Artikels ist die ARD-Spezifikation .
Welches Problem löst ARD?
Angenommen, du bittest einen Assistenten: „Finde eine kurze Domain für einen Fahrradladen“. Um diese Aufgabe zu erledigen, benötigt er Zugriff auf einen Domainkatalog und muss wissen, wie er ihn durchsucht. In einer kleinen Anwendung kann der Entwickler das passende Werkzeug vorab anbinden. Bei Tausenden verfügbarer Dienste wird es schwierig, jede Integration manuell zu konfigurieren und sämtliche Beschreibungen in den Kontext des Modells aufzunehmen.
ARD sieht vor, Ressourcen nach Bedarf zu suchen. Die Anwendung sendet eine Anfrage an ein Register, erhält passende Beschreibungen und wählt aus, was sie nutzen möchte. So können Informationen über ausgewählte Ressourcen statt des gesamten Katalogs in den Modellkontext gelangen.
Dieser Mechanismus macht verfügbare Möglichkeiten auffindbar. Nachdem eine Ressource gefunden wurde, muss die Anwendung noch die passende Kommunikation unterstützen und die erforderlichen Berechtigungen berücksichtigen. Die Spezifikation trennt die Suche von der anschließenden Nutzung des Werkzeugs. Entwurfsprinzipien von ARD
Wie funktioniert ARD Schritt für Schritt?
Am Ablauf beteiligt sind der Herausgeber der Ressource, das Register und die Anwendung, die einen AI-Agenten nutzt.
- Der Herausgeber beschreibt die Ressource. Er gibt ihren Namen, ihre Kennung, ihren Typ und ein Dokument an, das ihre Möglichkeiten oder die Nutzung beschreibt.
- Die Beschreibung wird im Internet zugänglich. Der Standardpfad für das Manifest ist
/.well-known/ard.json. Die Spezifikation sieht unter anderem auch eingebettete JSON-LD-Daten, einen HTML-Link mitrel="ard", die DirektiveAgentmapinrobots.txtund DNS-Einträge vor. - Das Register ruft die Einträge ab und indexiert sie. Es nutzt deren Daten, um passende Ressourcen zu finden.
- Die Anwendung beschreibt den Bedarf. Sie sendet eine Anfrage in natürlicher Sprache an das Register, optional mit Filtern.
- Die Anwendung wählt ein Ergebnis aus und liest die Ressourcenbeschreibung. Anschließend kann sie die Ressource gemäß dem passenden Protokoll und ihren eigenen Zugriffsregeln nutzen.
Ein Manifest zu veröffentlichen ist also etwas anderes, als ein Register zu betreiben. Der Betreiber einer Website kann eine statische Datei bereitstellen, ohne einen eigenen Suchdienst einzurichten. Die Pflicht, eine REST-Suchschnittstelle bereitzustellen, gilt für Register. Ressourcen entdecken und indexieren
Was enthält ein ARD-Eintrag?
Ein Eintrag beschreibt eine Ressource im JSON-LD-Modell. Das Manifest ard.json fasst solche Einträge im Array entries zusammen. Die wichtigsten Felder sind:
| Feld | Bedeutung | Anforderung |
|---|---|---|
identifier | Eindeutige Kennung im Format urn:air:<publisher>:<namespace>:<agent-name> | Pflichtfeld |
displayName | Gut lesbarer Name der Ressource | Pflichtfeld |
type | Typ des beschriebenen Dokuments, angegeben als Medientyp | Pflichtfeld |
url oder data | Adresse des Dokuments oder dessen Inhalt direkt im Eintrag | Genau eines dieser Felder |
representativeQueries | Beispielfragen oder -aufträge, die die Ressource beantworten bzw. erfüllen kann | 2–5 Beispiele empfohlen |
capabilities | Kurze Funktionskennzeichnungen, die zum Filtern dienen | Optional |
Das Feld url verweist auf das beschriebene Dokument, etwa eine Serverkarte oder eine Anleitungsdatei. Diese Adresse ist nicht zwingend die Adresse, an die ein Auftrag zur Ausführung gesendet wird. Die Kennung urn:air:… ermöglicht es dagegen, die Identität der Ressource vom Speicherort ihrer Beschreibung zu unterscheiden.
Eine besondere Rolle spielt representativeQueries: Das Register nutzt die Beispielanfragen für die semantische Indexierung. Fehlt dieses Feld, kann der Eintrag strukturell korrekt bleiben, aber die Grundlage dafür verlieren, über eine solche Suche gefunden zu werden. Ein Werkzeug zur Konformitätsprüfung meldet dann eine Warnung und keinen Schemafehler.
Eintragsmodell und Anforderungen an die Felder
Wie sucht eine Anwendung nach einem Werkzeug?
Das Register stellt den Endpunkt POST /search bereit. Ein beispielhafter Anfragekörper für eine Domainsuche könnte so aussehen:
{
"query": {
"text": "finde eine zum Verkauf stehende Domain für einen Fahrradladen",
"filter": {
"capabilities": ["searchDomainCatalog"]
}
},
"federation": "none",
"pageSize": 5
}
Dies ist eine Beispielanfrage an ein Register, das die entsprechende Ressource indexiert hat. query.text beschreibt den Bedarf, während der Filter die Ergebnisse auf Einträge beschränkt, die die angegebene Funktion deklarieren. pageSize begrenzt die Anzahl der Ergebnisse pro Seite.
Register können auch zusammenarbeiten. Der Parameter federation nimmt drei Werte an: none steht für die Suche im eigenen Index. auto erlaubt dem Register, andere Register abzufragen und die Ergebnisse zusammenzuführen. referrals liefert zusätzlich Verweise auf Register, die der Client selbst durchsuchen kann. Der Standardmodus ist auto.
Suchschnittstelle
und
Föderation von Registern
Wie hängt ARD mit MCP und agent skills zusammen?
Diese Lösungen übernehmen unterschiedliche Rollen innerhalb eines Ablaufs:
| Element | Rolle |
|---|---|
| ARD | Hilft, eine zum Bedarf passende Ressource zu finden |
| MCP | Ermöglicht die Kommunikation einer AI-Anwendung mit bereitgestellten Werkzeugen und Daten |
| A2A | Dient der Kommunikation zwischen Agenten |
| Agent skills | Liefern Anleitungen und Materialien für eine bestimmte Aufgabe |
ARD kann Ressourcen beschreiben, die in unterschiedlichen Formaten vorliegen. Einen Eintrag für einen MCP-Server zu finden bedeutet nicht, sich automatisch mit diesem Server zu verbinden. Die Anwendung muss die entsprechende Integration unterstützen. Ressourcentypen und Trennung der Funktionen
Beispiel von Domeny.ForSale
Auf dieser Website ist ein
ARD-Manifest
verfügbar. Es beschreibt die Fähigkeit, den Katalog nach Domains und Artikeln zu durchsuchen. Das Feld url verweist auf die
Anleitung zur Nutzung der Suche
. representativeQueries enthält unter anderem eine Beispielanfrage zur Suche nach einer Domain für einen Onlineshop.
Anhand dieser Beschreibung kann ein Client, der ARD unterstützt, erfahren, dass die Website eine nützliche Ressource bereitstellt und wo deren Nutzungsanleitung zu finden ist. Die Datei selbst führt keine Suche aus und belegt nicht, dass ein bestimmter Assistent die Website bereits indexiert hat.
Kann man einer gefundenen Ressource vertrauen?
Die Übereinstimmung mit einer Anfrage und die Vertrauenswürdigkeit sind getrennte Fragen. Der vom Register zurückgegebene score auf einer Skala von 0–100 gibt die semantische Relevanz an. Er ist weder eine Sicherheitsbewertung noch ein Zertifikat oder eine Bestätigung von Berechtigungen.
Die Spezifikation sieht das optionale Feld trustManifest vor, über das Informationen zur Prüfung von Identität und Herkunft übermittelt werden können. Ist es vorhanden, muss die angegebene Identität mit der in der Kennung hinterlegten Domain des Herausgebers verknüpft sein. ARD definiert kein eigenes universelles Signaturverfahren; die Überprüfung hängt vom angegebenen Vertrauenssystem ab.
Identität und Vertrauen in ARD
Zum Zeitpunkt der Aktualisierung dieses Artikels beschreibt das Dokument Version 0.91 mit dem Status „Proposal“. Eine Implementierung sollte sich an der aktuellen Spezifikation und den Möglichkeiten des jeweiligen Clients orientieren. Das gilt auch für den älteren Manifestnamen ai-catalog.json, den die aktuelle Version durch den Pfad ard.json ersetzt.
Siehe auch: Was ist ai-catalog.json? · Was ist MCP? · Was sind agent skills?
