Was ist ein ETF? Funktionsweise und Risiken

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Kurz gesagt: Ein ETF ist ein Investmentfonds, dessen Anteile ähnlich wie Aktien an der Börse gekauft und verkauft werden. Mit einem einzigen Kauf kannst du in einen Korb von Vermögenswerten investieren, beispielsweise in Aktien vieler Unternehmen oder in Anleihen. Ein ETF garantiert weder Gewinne noch Kapitalerhalt — sein Risiko hängt vor allem davon ab, worin er investiert und wie er aufgebaut ist.

Wie funktioniert ein ETF und was kaufst du eigentlich?

Die Abkürzung ETF steht für das englische Exchange-Traded Fund, also einen börsengehandelten Fonds. Wenn du einen ETF-Anteil kaufst, erwirbst du einen Anteil am Fonds, nicht direkt Aktien jedes Unternehmens in seinem Portfolio. Der Kauf erfolgt über ein Wertpapierdepot zum jeweils am Markt verfügbaren Preis.

Viele ETFs bilden einen Index nach, also eine nach festgelegten Regeln zusammengestellte Auswahl von Finanzinstrumenten. Der Index S&P 500 umfasst beispielsweise etwa 500 große US-amerikanische Unternehmen. Ein ETF, der diesen Index nachbildet, soll eine ähnliche Wertentwicklung wie der Index erzielen, statt die künftigen Gewinner an der Börse auszuwählen.

Nicht jeder ETF ist jedoch ein Indexfonds. Es gibt auch aktiv verwaltete ETFs, bei denen das Fondsmanagement Anlageentscheidungen gemäß der Fondsstrategie trifft. Die Abkürzung beschreibt also, wie der Fonds gehandelt wird, reicht aber nicht aus, um seine Zusammensetzung zu beurteilen.

Was bietet ein ETF gegenüber einer einzelnen Aktie?

Der wichtigste praktische Vorteil eines breit aufgestellten ETFs ist die Diversifikation, also die Verteilung der Anlage auf viele verschiedene Positionen. Probleme eines einzelnen Unternehmens wirken sich dann meist weniger stark auf das gesamte Portfolio aus, als wenn du ausschließlich in dessen Aktien investierst. Das Risiko eines Rückgangs des gesamten Marktes bleibt jedoch bestehen.

Angenommen, du investierst 1000 zł in einen ETF, der den breiten Aktienmarkt abbildet. Sinkt der Wert deiner Anlage um 20%, bleiben ohne Berücksichtigung von Kosten und Steuern etwa 800 zł übrig. Die große Zahl an Unternehmen im Portfolio hat den Verlust nicht verhindert, aber die Abhängigkeit des Ergebnisses von einem einzelnen Unternehmen verringert.

Nicht jeder ETF bietet eine gleich breite Streuung. Ein Fonds, der sich auf eine Branche, ein Land oder eine kleine Gruppe von Unternehmen konzentriert, kann stark gebündelte Risiken aufweisen. Auch in einem breiten Index können die größten Unternehmen hohe Gewichte haben. Die Anzahl der Positionen ist deshalb nicht das einzige Kriterium, das du prüfen solltest.

Welche Arten von ETFs solltest du unterscheiden?

Prüfe zunächst die Anlageklasse: Ein Aktien-ETF investiert in Aktien, ein Anleihen-ETF in Anleihen. Auch ein Anleihenfonds kann Verluste erleiden, etwa durch steigende Zinsen oder eine Verschlechterung der Kreditwürdigkeit der Emittenten. Er ist nicht mit einer Bankeinlage mit festgelegtem Zinssatz gleichzusetzen.

Weitere Unterschiede betreffen die Funktionsweise des Fonds:

Gehe auch nicht davon aus, dass jedes börsengehandelte Produkt auf Gold oder Öl ein ETF ist. Es kann sich um einen ETC oder ETN handeln — ein Instrument mit einer anderen rechtlichen Struktur und anderen Risiken. Entscheidend sind die Produktunterlagen, nicht die Kategoriebezeichnung in der Broker-App.

Was kostet ein ETF und welche Risiken werden leicht übersehen?

Die TER ist eine Kennzahl für die jährlichen Fondskosten, die bereits in der Bewertung des Fonds berücksichtigt werden. Bei einer TER von 0,20% und einem durchschnittlichen Anlagewert von 10 000 zł entspricht das ungefähr 20 zł pro Jahr. Sie umfasst jedoch nicht sämtliche Anlagekosten und wird dem Anleger auch nicht gesondert in Rechnung gestellt.

Hinzu kommen möglicherweise Brokergebühren, Kosten für den Währungsumtausch und der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Bei kleinen, regelmäßigen Käufen kann eine Mindestgebühr stärker ins Gewicht fallen als ein geringer Unterschied bei der TER. Prüfe die Brokergebühren im aktuellen Preisverzeichnis und die Fondskosten in den Fondsunterlagen.

Bei einem Index-ETF ist auch die Tracking Difference hilfreich: Sie zeigt, wie stark die Wertentwicklung des Fonds von der des entsprechenden Index abgewichen ist. Eine niedrige TER allein bedeutet nicht, dass der Fonds den Index am besten nachbildet. Außerdem kann der Börsenpreis eines Anteils vorübergehend vom Wert der auf ihn entfallenden Vermögenswerte abweichen.

Wichtig ist auch das Währungsrisiko. Ein in Euro gehandelter ETF, der in US-amerikanische Aktien investiert, ist dadurch nicht frei von Einflüssen des Dollarkurses. Die Handelswährung und die Währungen der Vermögenswerte sind unterschiedliche Dinge. Eine Währungsabsicherung sollte, sofern sie besteht, in den Unterlagen beschrieben sein.

Was solltest du vor dem ersten Kauf prüfen?

Gehe vor der Auftragserteilung diese kurze Checkliste durch:

  1. Lege dein Ziel fest und bestimme, wann du das Geld benötigst. Ein Aktien-ETF kann ungeeignet sein, wenn du das Geld für eine Ausgabe in wenigen Monaten brauchst.
  2. Prüfe den Index oder die Strategie sowie die Zusammensetzung des Portfolios. Beurteile die Konzentration auf Länder und Branchen sowie das Gewicht der größten Positionen.
  3. Identifiziere das genaue Produkt anhand der ISIN, also der Kennnummer des Wertpapiers. Ähnliche Namen können unterschiedliche Fondsvarianten bezeichnen.
  4. Lies das KID, also das Basisinformationsblatt mit Angaben zu Risiken, Kosten und zur empfohlenen Haltedauer. Einzelheiten findest du im Prospekt und auf der offiziellen Website des Emittenten.
  5. Prüfe die Depotkosten und die Regeln für die steuerliche Abrechnung. Diese hängen unter anderem von deiner steuerlichen Ansässigkeit, der Art des Depots und den Ausschüttungen des Fonds ab. Prüfe die aktuell geltenden polnischen Regeln anhand der Informationen des Ministerstwo Finansów.

Dies ist eine allgemeine Erklärung, keine individuelle Anlageempfehlung oder Steuerberatung. Als nächsten praktischen Schritt kannst du einen konkreten ETF auswählen und in einem Satz festhalten, worin er investiert und warum er zu deinem Ziel passt. Wenn du dabei raten musst, prüfe zuerst die Unterlagen.

Siehe auch: Was ist API?

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