Was ist ein Prompt? So gibst du AI Anweisungen
Autor: Redaktion Domeny.ForSale Veröffentlicht
Kurz erklärt: Ein Prompt ist eine Eingabe, die du einem Modell für künstliche Intelligenz übermittelst, um eine Antwort zu erhalten oder eine Aufgabe zu stellen. Er kann aus einer Frage, einer Anweisung oder einer Kombination aus Auftrag und Material zur Analyse bestehen. Ein guter Prompt beschreibt das gewünschte Ergebnis eindeutig, garantiert aber nicht, dass die Antwort der AI wahr oder korrekt ist.
Was bedeutet Prompt in der Praxis?
Im Gespräch mit generativer AI, also künstlicher Intelligenz, die beispielsweise Texte, Bilder oder Code erzeugt, ist etwa der Satz „Erkläre, wie eine Internetdomain funktioniert“ ein Prompt. Ein ausführlicherer Prompt kann eine Situationsbeschreibung, Daten, Vorgaben und ein Beispiel für die gewünschte Antwort enthalten. Er muss weder in einer besonderen Sprache verfasst sein noch einer technischen Syntax folgen.
Je nach Funktionsumfang des Werkzeugs kannst du der Anweisung ein Foto, ein Dokument oder eine Aufnahme beifügen. Wenn du ein Foto einer Pflanze hochlädst und nach sichtbaren Symptomen fragst, erhält das Modell sowohl die Frage als auch das Material, das es für die Antwort braucht. Der Text „Was siehst du?“ allein liefert ihm ohne Anhang nicht dieselben Informationen.
Außerhalb des Kontexts von AI kann „Prompt“ auch die Eingabeaufforderung im Terminal bezeichnen: ein Zeichen dafür, dass das Programm auf die Eingabe eines Befehls wartet. Bei Gesprächen über Chatbots ist dagegen meist eine Anweisung oder eine andere Eingabe für das Modell gemeint.
Woraus besteht eine hilfreiche Anweisung?
Ein einfacher Prompt kann aus einem einzigen Satz bestehen. Ihn zu erweitern ist dann sinnvoll, wenn zusätzliche Informationen dem Modell helfen, die Aufgabe zu verstehen, statt raten zu müssen. Meist sind fünf Elemente hilfreich:
- Ziel: Was soll entstehen, etwa ein Vergleich, eine Zusammenfassung, eine Nachricht oder ein Codeabschnitt?
- Kontext: Für wen ist die Antwort bestimmt und in welcher Situation wird sie verwendet?
- Eingabematerial: Text, Daten oder eine Beschreibung, auf die sich das Modell stützen soll.
- Vorgaben: Was darf nicht ergänzt werden, was muss erhalten bleiben und welchen Umfang soll die Antwort haben?
- Ausgabeformat: Beispielsweise drei Absätze, eine Vergleichstabelle oder eine Liste von Schritten.
Nicht jede Aufgabe erfordert alle diese Elemente. Die Frage „Wie viele Zentimeter hat ein Meter?“ braucht weder eine Beschreibung der Zielgruppe noch eine Stilvorgabe. Bei einem Angebot für einen Kunden können fehlende Angaben zur Dienstleistung, zum Preis oder zum Termin dagegen zu einer unbrauchbaren Antwort führen.
Du kannst auch eine Rolle vorgeben, zum Beispiel: „Beurteile den Text aus der Sicht eines Redakteurs.“ Eine solche Anweisung hilft, die Art der Analyse festzulegen, verleiht dem Modell aber keine tatsächlichen Qualifikationen. Die Anweisung „Du bist Anwalt“ macht aus der Antwort keine professionelle Rechtsberatung.
Beispiel: von der allgemeinen Bitte zur konkreten Aufgabe
Angenommen, du betreibst einen Shop und möchtest einen Kunden über eine Verzögerung seiner Sendung informieren. Ein allgemeiner Prompt lautet:
Schreibe eine E-Mail an den Kunden über die Verzögerung.
Das Modell weiß nicht, wie groß die Verzögerung ist, was zugesagt werden darf oder wie die Nachricht unterschrieben werden soll. Es könnte daher einen nichtssagenden Text erstellen oder Lücken mit unbestätigten Details füllen. Eine hilfreichere Anweisung sieht so aus:
Schreibe eine kurze Nachricht an einen Kunden des Shops über den verzögerten Versand der Bestellung Nr. 123. Der Versand ist jetzt für Donnerstag statt Dienstag geplant. Entschuldige dich für die Unannehmlichkeiten und weise darauf hin, dass wir die Versandbestätigung separat verschicken. Nenne keinen Zustelltermin und versprich keinen Rabatt. Verwende einen ruhigen, höflichen Ton und höchstens 100 Wörter. Unterschrift: Das Shop-Team.
Die zweite Version ist nicht deshalb besser, weil sie länger ist. Sie ist besser, weil sie die nötigen Informationen für die konkrete Aufgabe enthält und unerwünschte Ergänzungen begrenzt.
Wenn du ein Beispiel für eine Nachricht im Stil des Unternehmens hast, kannst du es beifügen. Stelle dabei klar, dass es als Vorlage für den Ton dienen soll und nicht als Datenquelle für die neue Bestellung. So lassen sich Anweisungen und ergänzendes Material klar voneinander trennen.
Wie lässt sich die Antwort verbessern, ohne alles neu zu schreiben?
Die Arbeit mit einem Prompt ähnelt oft dem Überarbeiten eines Textes in mehreren Durchgängen. Im selben Gespräch kannst du dich auf die vorherige Antwort beziehen und eine konkrete Änderung verlangen: „Kürze die Einleitung“, „Entferne Fachbegriffe“ oder „Behalte die Termine bei, aber formuliere weniger förmlich“.
Statt „Das ist schlecht“ zu schreiben, benenne das Problem und das gewünschte Ergebnis. Zum Beispiel: „Die Nachricht suggeriert eine garantierte Zustellung am Freitag, aber wir kennen nur den Versandtermin. Entferne diese Zusage.“ Damit erhält das Modell ein klares Kriterium für die Überarbeitung.
Bei einer größeren Aufgabe kannst du zunächst um einen Plan bitten, den Umfang bestätigen und erst danach die Ausarbeitung einzelner Teile beauftragen. Wenn wichtige Angaben fehlen, ergänze: „Frage nach den fehlenden Informationen, bevor du die Antwort erstellst.“ Prüfe aber, ob das Modell tatsächlich auf die Antworten gewartet hat, statt eigene Annahmen zu treffen.
Was kann selbst ein guter Prompt nicht gewährleisten?
Eine präzise Anweisung beseitigt nicht das Risiko von Halluzinationen, also der Erzeugung von Informationen, die glaubwürdig klingen, aber falsch sind. Auch die Bitte um Quellen reicht nicht aus: Die genannten Veröffentlichungen, Zitate und Adressen müssen überprüft werden. Die Anweisung „Verwende aktuelle Daten“ verschafft dem Werkzeug allein noch keinen Internetzugang.
Füge keine Passwörter, Zugangsschlüssel oder Kundendaten in einen Prompt ein, ohne dazu berechtigt zu sein und die Regeln des Dienstes geprüft zu haben. Wie Gespräche gespeichert und verwendet werden, hängt vom Werkzeug, den Einstellungen und den Vertragsbedingungen ab. Ersetze beim Üben Angaben, mit denen sich eine Person identifizieren lässt, durch fiktive Daten.
Wähle für den Einstieg eine kleine Aufgabe und halte drei Dinge fest: Was soll entstehen, auf welchen Informationen soll das Ergebnis beruhen und was soll das Modell nicht eigenständig ergänzen? Prüfe das Ergebnis anhand derselben Kriterien, bevor du es in der Praxis verwendest.
Siehe auch: Was ist ein CDN?
