Was ist eine Firewall und wie schützt sie?

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Kurz erklärt: Eine Firewall kontrolliert die Verbindungen eines Geräts oder Netzwerks und lässt sie nach festgelegten Regeln zu oder blockiert sie. Sie hilft, unerwünschte Zugriffe einzuschränken, ersetzt aber weder Updates noch Virenschutz oder Vorsicht gegenüber Betrugsversuchen. Zu Hause reichen eine aktive Firewall des Betriebssystems und ein richtig konfigurierter Router meist als Ausgangspunkt aus.

Wie funktioniert eine Firewall?

Daten werden im Netzwerk in Paketen übertragen, also in kleinen Informationseinheiten. Eine Firewall bewertet diese Pakete und Verbindungen anhand von Regeln. Dabei kann sie die IP-Adresse des Absenders oder Empfängers, die Richtung des Datenverkehrs, das Protokoll sowie den Port berücksichtigen. Ein Port ist eine Nummer, die den Dienst kennzeichnet, mit dem kommuniziert werden soll.

Eine Website, die HTTPS nutzt, also eine verschlüsselte Verbindung zur Website, ist beispielsweise in der Regel über Port 443 erreichbar. Die Firewall des Servers kann öffentliche Verbindungen zu diesem Port zulassen und gleichzeitig den Zugriff auf den Datenbankport blockieren. So können Nutzer die Website aufrufen, sich aber nicht direkt mit ihrer Datenbank verbinden.

Viele Firewalls verfolgen den Zustand von Verbindungen. Sie erkennen, dass die Antwort einer Website zu einer Kommunikation gehört, die der Browser begonnen hat, und kein eigenständiger Zugriffsversuch von außen ist. Deshalb muss das Blockieren unaufgeforderter eingehender Verbindungen das normale Surfen im Internet nicht beeinträchtigen.

Regeln können auch den ausgehenden Datenverkehr betreffen, etwa indem sie einer bestimmten Anwendung den Internetzugriff verbieten. Allerdings kontrolliert nicht jede Firewall solche Verbindungen standardmäßig streng.

Wo eine Firewall arbeitet: Computer, Router und Cloud

Eine Firewall kann ein einzelnes Gerät schützen oder den Datenverkehr zwischen ganzen Netzwerken kontrollieren. Diese Lösungen ergänzen sich, weil sie an unterschiedlichen Stellen ansetzen:

Art der FirewallWas sie kontrolliertTypischer Einsatz
Firewall des BetriebssystemsVerbindungen eines einzelnen Computers oder ServersSchutz eines Laptops auch außerhalb des eigenen Zuhauses
Auf dem Router oder einem separaten GerätDatenverkehr zwischen NetzwerkenAbgrenzung des Heim- oder Firmennetzwerks vom Internet
In der CloudZugriff auf Ressourcen gemäß den Regeln des DienstesBeschränkung des Zugriffs auf Server und Datenbanken

Eine Firewall muss also kein separates Gerät sein. Sie kann eine Funktion des Betriebssystems, Software auf einem Router oder ein Dienst eines Cloud-Anbieters sein. Welche Bereiche sie schützt und welche Standardeinstellungen gelten, musst du in der Dokumentation der jeweiligen Lösung nachlesen.

Eine Firewall ist nicht mit NAT gleichzusetzen. NAT ist ein Verfahren zur Übersetzung von Adressen, durch das mehrere Geräte eine gemeinsame öffentliche IPv4-Adresse nutzen können. In einer typischen Heimnetzkonfiguration erschwert es unaufgeforderte eingehende Verbindungen, ersetzt aber keine Regeln zur Filterung des Datenverkehrs. Auch bei IPv6, wo Geräte globale Adressen haben können, sind korrekt eingerichtete Firewall-Regeln nötig.

Wovor schützt eine Firewall – und was hält sie nicht auf?

Eine Firewall beschränkt den Zugriff auf Dienste, die nicht öffentlich erreichbar sein sollen, und kann die Kommunikation zwischen getrennten Netzwerkbereichen blockieren. Ein Gästenetzwerk im Unternehmen kann beispielsweise den Internetzugang erlauben, aber keine Verbindungen zum Computer der Buchhaltung. Eine Firewall setzt diese Trennung nur dann durch, wenn der betreffende Datenverkehr tatsächlich durch sie hindurchläuft.

Allein das Einschalten der Firewall schützt jedoch nicht vor jeder Bedrohung. Gibt ein Nutzer sein Passwort auf einer gefälschten Website ein, die über eine erlaubte HTTPS-Verbindung erreichbar ist, verhindert eine einfache Firewall das normalerweise nicht. Sie behebt auch keine Sicherheitslücken in öffentlich erreichbaren Anwendungen und garantiert keinen Schutz vor einem Angriff, der die Internetverbindung überlastet.

Virenschutz und Firewall haben unterschiedliche Aufgaben. Ein Virenschutzprogramm erkennt schädliche Dateien oder Verhaltensweisen auf dem Gerät, während die Firewall die Netzwerkkommunikation kontrolliert. Sicherheitspakete können beide Funktionen vereinen, doch die eine ersetzt die andere nicht.

Eine eigenständige Lösung ist eine WAF, eine Firewall für Webanwendungen. Sie analysiert Anfragen an eine Website oder eine API und kann bestimmte Versuche blockieren, Fehler in der Anwendung auszunutzen. Sie ist nicht dasselbe wie eine gewöhnliche Firewall, die Ports filtert, und macht Updates der Website-Software nicht überflüssig.

Wie richtest du eine Firewall zu Hause sicher ein?

Prüfe auf deinem privaten Computer zunächst, ob die Firewall des Betriebssystems für alle verwendeten Netzwerkprofile aktiv ist. Das öffentliche Profil ist für nicht vertrauenswürdige Netzwerke vorgesehen, etwa das WLAN in einem Hotel. Es schränkt in der Regel die Auffindbarkeit des Geräts und die Freigabe von Ressourcen stärker ein.

Wenn ein Programm wegen der Firewall nicht funktioniert, schalte nicht den gesamten Schutz aus. Gehe stattdessen so vor:

  1. Kläre, welche Funktion nicht funktioniert und ob sie tatsächlich eingehende Verbindungen benötigt.
  2. Prüfe in der offiziellen Dokumentation des Programms, welche Ports oder Zugriffsregeln erforderlich sind.
  3. Füge eine möglichst eng begrenzte Ausnahme hinzu: für eine bestimmte Anwendung, ein Netzwerk oder eine Quelladresse.
  4. Teste die Funktion und entferne die Ausnahme, sobald sie nicht mehr benötigt wird.

Für die Dateifreigabe zwischen einem Laptop und einem Computer zu Hause kann beispielsweise eine Freigabe im vertrauenswürdigen privaten Netzwerk nötig sein. Das bedeutet nicht, dass derselbe Dienst auch im Hotel-WLAN oder aus dem gesamten Internet erreichbar sein muss.

Prüfe am Router außerdem die Portweiterleitungen. Diese Einstellungen leiten Verbindungen aus dem Internet an ein Gerät innerhalb des Netzwerks weiter. Jede Weiterleitung sollte einen konkreten Zweck haben. Erlaube keinen weitreichenden Zugriff, nur um ein Problem mit einer einzelnen Anwendung zu lösen.

Was solltest du vor Änderungen an den Serverregeln prüfen?

Auf einem Server ist es ein guter Ausgangspunkt, eingehende Verbindungen zu blockieren – mit Ausnahme der Dienste, die du bewusst bereitstellst. Den administrativen Zugriff beschränkst du am besten auf vertrauenswürdige Adressen oder ein VPN, also einen verschlüsselten Tunnel in ein privates Netzwerk.

Bevor du die Regeln verschärfst, stelle sicher, dass du im Notfall über die Konsole des Anbieters auf den Server zugreifen kannst. Eine fehlerhafte Regel kann auch den Administrator aussperren. Wenn sowohl die Firewall des Betriebssystems als auch Cloud-Regeln den Schutz übernehmen, prüfe beide Ebenen.

Der erste praktische Schritt ist eine Prüfung der bestehenden Ausnahmen: Kläre für jeden erlaubten Dienst, wer ihn benötigt, von wo aus der Zugriff möglich sein soll und ob die Berechtigung weiterhin erforderlich ist.

Siehe auch: Was ist 2FA?

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