Was ist Java und wofür wird es genutzt?

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Kurz gesagt: Java ist eine Programmiersprache und die zugehörige Plattform zum Entwickeln und Ausführen von Anwendungen. Sie wird unter anderem in Unternehmenssystemen, Webdiensten und Android-Apps eingesetzt. Java ist nicht dasselbe wie JavaScript. Zum normalen Surfen im Internet musst du Java in der Regel nicht installieren.

Was ist Java und wie funktioniert ein Programm in dieser Sprache?

Mit einer Programmiersprache lassen sich Anweisungen formulieren, die ein Computer ausführt. In Java beschreibt ein Entwickler beispielsweise, wie der Preis einer Bestellung berechnet, Kundendaten gespeichert oder die Verfügbarkeit eines Produkts geprüft werden soll. Java ist eine universell einsetzbare Sprache und nicht auf eine bestimmte Art von Anwendung beschränkt.

Java ist statisch typisiert. Das bedeutet, dass die Datentypen während der Kompilierung geprüft werden, also bei der Umwandlung des Codes in eine zur Ausführung bestimmte Form. Dadurch lassen sich manche Fehler erkennen, bevor das Programm gestartet wird. Auch Klassen und Objekte spielen in Java eine zentrale Rolle: Eine Klasse beschreibt die Datenstruktur und die verfügbaren Operationen. Ein Objekt ist eine konkrete Instanz dieser Klasse, beispielsweise eine bestimmte Bestellung.

Typischer Java-Code wird zu Bytecode kompiliert, also zu Anweisungen für die JVM. Die JVM, die virtuelle Maschine für Java, führt diese Anweisungen auf dem jeweiligen Betriebssystem aus. So kann dasselbe Programm auf verschiedenen Systemen laufen, sofern eine kompatible Laufzeitumgebung und die benötigten Abhängigkeiten vorhanden sind. Vollständige Portabilität ist damit jedoch nicht garantiert: Eine Anwendung kann Bibliotheken oder Funktionen verwenden, die nur auf einem bestimmten System verfügbar sind.

Java gibt den Speicher von Objekten, die das Programm nicht mehr benötigt, automatisch frei. Dieser Mechanismus heißt Garbage Collection. Er vereinfacht die Speicherverwaltung, entbindet Entwickler aber nicht davon, auf die Leistung zu achten sowie Dateien und Verbindungen zu schließen.

Wofür wird Java verwendet?

Java eignet sich besonders für Anwendungen, die Daten verarbeiten, viele Nutzer bedienen und über lange Zeit gewartet werden müssen. Zum Ökosystem gehören Bibliotheken und Frameworks, also vorgefertigte Werkzeuge und Strukturen, die die Softwareentwicklung erleichtern. Ein Beispiel ist Spring, das zur Entwicklung von Serveranwendungen verwendet wird.

Typische Einsatzgebiete sind:

Ein Onlineshop kann beispielsweise eine in JavaScript geschriebene Benutzeroberfläche im Browser und ein Backend in Java haben. Ein Klick auf „Kaufen“ sendet eine Anfrage an den Server. Dort prüft das Java-Programm den Lagerbestand und speichert die Bestellung. Wer den Shop nutzt, muss Java nicht auf dem eigenen Computer installieren.

Java und JavaScript: ähnliche Namen, unterschiedliche Sprachen

Java und JavaScript sind eigenständige Sprachen, nicht zwei Versionen desselben Werkzeugs. Sie unterscheiden sich in ihrer Funktionsweise, ihrem Typsystem und ihrem Ökosystem. Wer eine der beiden Sprachen kennt, beherrscht deshalb nicht automatisch die andere.

JavaScript wird standardmäßig von Browsern ausgeführt und ist unter anderem für interaktive Elemente auf Webseiten zuständig. Es kann auch auf dem Server laufen, beispielsweise in der Laufzeitumgebung Node.js. Java wird meist für Server-, Desktop- oder mobile Anwendungen eingesetzt. Moderne Browser führen die früheren Java-Applets nicht mehr über ein Plug-in aus.

Wenn du Benutzeroberflächen für Webseiten entwickeln möchtest, sind HTML, CSS und JavaScript ein naheliegender Einstieg. Interessierst du dich dagegen für Serverdienste oder die Weiterentwicklung bestehender Java-Systeme, führt das Lernen von Java direkter zum Ziel.

Muss man Java installieren? JDK, JRE und Sicherheit

Für die Nutzung eines Computers oder das Surfen im Internet ist Java grundsätzlich nicht erforderlich. Du installierst es, wenn ein bestimmtes Programm Java benötigt oder du selbst Anwendungen entwickeln möchtest. Manche Programme bringen ihre eigene Laufzeitumgebung mit, sodass eine separate Installation nicht nötig ist.

Beim Herunterladen können dir drei Abkürzungen begegnen:

Zum Lernen solltest du ein JDK wählen. Wenn du ein fertiges Programm ausführen möchtest, prüfe in dessen offizieller Dokumentation, welche Java-Version erforderlich ist und wie sie installiert werden soll. Eine neuere Version kann eine ältere nicht immer problemlos ersetzen.

Lade das JDK von der offiziellen Website des gewählten Anbieters herunter und installiere Sicherheitsupdates. Die Lizenzbedingungen und der Supportzeitraum hängen von der Distribution und der Version ab. Kläre sie deshalb vor dem Einsatz im Unternehmen mit dem Anbieter. Die Bezeichnung „Java“ bedeutet nicht, dass für alle Pakete dieselbe Lizenz gilt.

Wie startest du dein erstes Java-Programm?

Führe nach der Installation des JDK im Terminal die Befehle java -version und javac -version aus. Der erste zeigt die verfügbare Laufzeitumgebung an, der zweite den Compiler. Wenn das System die Befehle nicht erkennt, prüfe die Konfiguration der Variablen PATH. Sie legt fest, in welchen Verzeichnissen nach Programmen gesucht wird.

Speichere den folgenden Code in der Datei Start.java:

public class Start {
    public static void main(String[] args) {
        System.out.println("Hallo, Java!");
    }
}

Führe anschließend im Ordner mit dieser Datei die folgenden Befehle aus:

javac Start.java
java Start

Der erste Befehl erstellt die Datei Start.class, der zweite startet das Programm. Der Name der Quelldatei muss hier mit dem Namen der öffentlichen Klasse Start übereinstimmen. Die Methode main ist der Einstiegspunkt für die Ausführung, und System.out.println gibt den Text aus.

Ändere als nächsten Schritt die Meldung, füge zwei numerische Variablen hinzu und gib ihre Summe aus. So gehst du über die reine Installation hinaus und probierst aus, wie Java Daten speichert und Operationen ausführt.

Siehe auch: Was bedeutet www?

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