Was ist MariaDB und wofür wird es genutzt?

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Kurz erklärt: MariaDB ist ein Open-Source-System zur Verwaltung relationaler Datenbanken, also Software, die Informationen in miteinander verknüpften Tabellen speichert und organisiert. Genutzt wird es von m.in. Websites, Shops und Anwendungen, die Daten speichern und schnell wieder abrufen müssen. MariaDB entstand auf Grundlage von MySQL. Beide Projekte entwickeln sich jedoch unabhängig voneinander weiter, weshalb nicht alle Versionen und Funktionen austauschbar sind.

Wie funktioniert MariaDB und was speichert es?

Eine relationale Datenbank organisiert Informationen in Tabellen mit Spalten und Zeilen. In einem Onlineshop können separate Tabellen Kunden, Produkte und Bestellungen enthalten. Die bei einer Bestellung gespeicherte Kundenkennung verknüpft den Kauf mit der richtigen Person, ohne deren Daten mehrfach kopieren zu müssen.

Genau genommen ist MariaDB keine einzelne Datenbank, sondern ein System, das Datenbanken verwaltet. Ein MariaDB-Server kann mehrere Datenbanken und Benutzerkonten verwalten, wobei jedes Konto andere Berechtigungen haben kann. So lassen sich beispielsweise die Daten mehrerer Anwendungen voneinander trennen, die auf demselben Server laufen.

Für die Arbeit mit Daten wird vor allem SQL verwendet – eine Befehlssprache, mit der sich Informationen lesen, hinzufügen, ändern und löschen lassen. Ein normaler Shopnutzer gibt solche Befehle nicht selbst ein: Die Anwendung führt sie als Reaktion auf seine Aktionen aus. Ein Klick auf „Meine Bestellungen“ kann eine Abfrage auslösen, die die dem angemeldeten Konto zugeordneten Käufe abruft.

MariaDB unterstützt auch Transaktionen, also Gruppen von Operationen, die als eine Einheit behandelt werden. Mithilfe der Speicher-Engine InnoDB kann die Anwendung das Speichern einer Bestellung und ihrer Positionen so zusammenfassen, dass entweder alle Änderungen bestätigt oder alle zurückgenommen werden. Dazu muss die Anwendung allerdings korrekt programmiert sein – eine Datenbank allein gewährleistet noch keinen fehlerfreien Bestellprozess.

Wozu dient MariaDB auf einer Website?

MariaDB arbeitet häufig im Hintergrund eines Content-Management-Systems, kurz CMS, wie WordPress. Es speichert m.in. die Inhalte von Beiträgen, Einstellungen und Daten von Benutzerkonten. Dadurch lassen sich Texte im Administrationsbereich ändern, ohne die Dateien der Website von Hand bearbeiten zu müssen.

Die Datenbank ersetzt jedoch nicht das gesamte Hosting. Programmdateien, Themes, Plugins und hochgeladene Bilder liegen normalerweise im Dateisystem des Servers oder in einem separaten Speicher. Die Datenbank speichert gegebenenfalls nur Informationen über diese Dateien, etwa ihre Namen und Speicherorte.

Praktisches Beispiel: Wenn du WordPressa zu einem neuen Hosting-Anbieter umziehst und dabei nur die Dateien kopierst, fehlen die in der Datenbank gespeicherten Beiträge und Einstellungen. Kopierst du dagegen nur die Datenbank, können Bilder, das Theme und Plugins fehlen. Eine vollständige Migration oder Sicherung muss beide Bestandteile berücksichtigen.

Eine einfache Website aus fertigen HTML-Dateien benötigt möglicherweise überhaupt kein MariaDB. Eine Datenbank wird dann nötig, wenn die Anwendung sie voraussetzt, beispielsweise für Benutzerkonten, einen Produktkatalog oder die Bearbeitung von Inhalten über einen Administrationsbereich.

MariaDB und MySQL – Gemeinsamkeiten und Grenzen der Kompatibilität

MariaDB entstand als Fork von MySQL, also als eigenständiges Projekt, das auf dessen Code basiert. Beide Systeme haben gemeinsame Wurzeln und viele ähnliche Befehle und Möglichkeiten zur Anbindung an Anwendungen. Deshalb kannst du in der Konfiguration eines Programms, das MariaDB nutzt, weiterhin auf einen Treiber oder eine Option mit dem Namen „mysql“ stoßen.

Das bedeutet jedoch keine vollständige Kompatibilität. Unterschiede betreffen m.in. die verfügbaren Funktionen, die Unterstützung bestimmter Datentypen, die Authentifizierungsmechanismen und Details der Abfrageausführung. Entscheidend ist, welche konkreten Versionen beider Systeme miteinander verglichen werden, nicht nur der Produktname.

Wenn eine Anwendung MariaDB und MySQL offiziell unterstützt, hängt die Wahl häufig vom Hosting-Angebot und der Erfahrung des Administrators ab. Gibt der Hersteller nur eines der Systeme an, solltest du nicht davon ausgehen, dass das andere ohne Änderungen funktioniert. Ebenso wenig lässt sich pauschal sagen, dass MariaDB immer schneller ist: Die Leistung hängt von den Abfragen, der Datenstruktur, der Konfiguration und den Serverressourcen ab.

Bevor du MySQL durch MariaDB ersetzt oder umgekehrt, prüfe die Migrationsdokumentation für die konkreten Versionen. Erstelle eine Sicherung und führe eine testweise Migration in einer Testumgebung durch. Eine erfolgreiche Verbindung zur Datenbank beweist noch nicht, dass alle Funktionen der Anwendung korrekt arbeiten.

Was solltest du vor der Wahl von MariaDB beim Hosting prüfen?

Für Websitebetreiber ist es wichtiger, dass das Hosting-Angebot die Anforderungen der Anwendung erfüllt, als welchen Namen das Datenbanksystem trägt. Die Leistungsmerkmale der Angebote und die Supportzeiträume einzelner Versionen ändern sich. Prüfe deshalb die aktuellen Angaben in der Dokumentation des Hosting-Anbieters und der Anwendung sowie in den offiziellen Unterlagen zu MariaDB.

Prüfe vor dem Kauf oder einer Migration:

Dass MariaDB Open Source ist, bedeutet, dass der Quellcode unter den Bedingungen der jeweiligen Lizenzen verfügbar ist – nicht, dass der Betrieb kostenlos ist. Für Server, Administration, Monitoring und kommerziellen Support können Kosten anfallen.

Wenn du eine gewöhnliche Website auf Shared Hosting betreibst, prüfe zunächst die Anforderungen deines CMS und die beim Anbieter verfügbare MariaDB-Version. Kläre anschließend, wie du die Datenbank aus einer Sicherung wiederherstellen kannst – am besten, bevor du die ersten wichtigen Daten darin speicherst.

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