Was ist Python und wofür eignet es sich?
Autor: Redaktion Domeny.ForSale Veröffentlicht
Kurz erklärt: Python ist eine universell einsetzbare Programmiersprache: Mit ihr schreibst du Anweisungen, die ein Computer ausführt, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen. Sie wird unter anderem zur Automatisierung von Arbeitsabläufen, zur Datenanalyse, zur Entwicklung von Webanwendungen und für maschinelles Lernen eingesetzt. Ihre gut lesbare Syntax macht sie zu einer guten Wahl als erste Programmiersprache. Für manche Projekte sind allerdings andere Werkzeuge besser geeignet.
Wie funktioniert Python und was zeichnet den Code aus?
Code in Python ist Text, der nach den Regeln der Sprache geschrieben wird – ihrer Syntax. Um ein Programm auszuführen, brauchst du einen Interpreter: eine Software, die den Code liest und die darin enthaltenen Anweisungen ausführt. Du kannst ihn auf deinem eigenen Computer oder in einer über den Browser zugänglichen Umgebung verwenden.
Python verwendet Einrückungen, um Codeblöcke abzugrenzen, etwa Anweisungen, die ausgeführt werden, wenn eine Bedingung erfüllt ist. Einrückungen dienen also nicht nur der besseren Übersicht: Sie beeinflussen die Funktionsweise des Programms. Einfacher Code lässt sich oft fast wie eine Beschreibung aufeinanderfolgender Schritte lesen.
Die Sprache ist dynamisch typisiert. Das bedeutet: Wenn du eine Variable anlegst, also einen Namen, der auf einen Wert verweist, musst du normalerweise nicht gesondert angeben, ob dieser Wert eine Zahl oder ein Text ist. Beliebige Kombinationen sind deshalb aber nicht erlaubt: Wenn du versuchst, eine Zahl ohne entsprechende Umwandlung zu einem Text zu addieren, kann ein Fehler auftreten.
Python ist kostenlos verfügbar und wird als Open-Source-Software entwickelt. Die Sprache läuft unter anderem auf Windows, macOS und Linux. Für die Sprache selbst ist keine kostenpflichtige Lizenz nötig. Cloud-Dienste, manche Werkzeuge und der Betrieb einer Anwendung können jedoch Kosten verursachen.
Wofür lässt sich Python verwenden?
Ein großer Teil der Möglichkeiten von Python beruht auf Bibliotheken: fertigen Softwarebausteinen, die du nutzen kannst, statt alles von Grund auf selbst zu schreiben. Die Standardbibliothek wird mit Python geliefert; zusätzliche Pakete werden separat installiert.
Typische Einsatzbereiche sind:
- Automatisierung wiederkehrender Aufgaben: Dateien umbenennen, Übersichten zusammenführen, Verzeichnisse aufräumen und Berichte erstellen.
- Datenanalyse: Tabellen einlesen, Ergebnisse berechnen und Diagramme erstellen. Dabei helfen unter anderem die Bibliotheken pandas und Matplotlib.
- Webanwendungen: Anmeldungen, Daten und Anwendungslogik auf dem Server verarbeiten. Django und Flask stellen dafür fertige Mechanismen bereit.
- Maschinelles Lernen: Daten aufbereiten sowie Modelle entwickeln und einsetzen, die anhand von Beispielen Zusammenhänge erkennen.
- Softwaretests: automatisch prüfen, ob einzelne Teile einer Anwendung wie erwartet funktionieren.
Wer einen Onlineshop betreibt, erhält beispielsweise jede Woche mehrere CSV-Dateien, also Tabellen in Textform. Ein Skript in Python kann diese Dateien zusammenführen, die Verkäufe nach Produkten summieren und die fertige Übersicht speichern. Eine solche Automatisierung ist besonders sinnvoll, wenn die Aufgabe regelmäßig anfällt und das Datenformat vorhersehbar ist.
Wie sieht ein einfaches Programm in Python aus?
Das folgende Programm berechnet die Gesamtzahl der Bestellungen aus drei Tagen und zeigt anschließend das Ergebnis an:
bestellungen = [12, 8, 15]
gesamt = sum(bestellungen)
print("Anzahl der Bestellungen:", gesamt)
Die erste Zeile erzeugt eine Liste, also eine geordnete Sammlung von Werten. Die Funktion sum() addiert die darin enthaltenen Zahlen, und print() gibt das Ergebnis aus. Nach dem Start siehst du die Meldung Anzahl der Bestellungen: 35.
Das Beispiel ist vollständig: Es benötigt weder zusätzliche Bibliotheken noch eine Internetverbindung. Ändere eine Zahl oder füge der Liste eine weitere hinzu und führe den Code erneut aus. So kannst du den Zusammenhang zwischen Eingabedaten, Anweisungen und dem Ergebnis des Programms besser verstehen.
Wann ist Python eine gute Wahl – und wann nicht?
Python eignet sich gut, wenn du schnell eine Lösung schreiben und den Code leicht anpassen möchtest. Die Sprache ist eine sinnvolle Wahl zum Erlernen der Grundlagen, zur Verarbeitung von Dateien und für Projekte, die ihre umfangreichen Bibliotheken nutzen. Die gut lesbare Syntax erleichtert den Einstieg. Trotzdem musst du lernen, Probleme in einzelne Schritte zu zerlegen und Fehlerursachen zu finden.
Für Code, der direkt im Webbrowser ausgeführt wird, ist sie dagegen nicht die Standardsprache. Für interaktive Elemente einer Website wird meist JavaScript verwendet, während Python den serverseitigen Teil übernehmen kann. Wenn du nur das Erscheinungsbild einer Website ändern möchtest, beginne mit HTML und CSS.
Bei Aufgaben, die sehr hohe Rechenleistung erfordern, kann ausschließlich in Python geschriebener Code langsamer sein als eine entsprechende Umsetzung in C++ oder Rust. Das schließt Python aber nicht von rechenintensiven Aufgaben aus: Viele Bibliotheken überlassen die aufwendigsten Berechnungen optimierten Komponenten, die in anderen Sprachen geschrieben sind. Python ist außerdem meist nicht die erste Wahl für die Entwicklung nativer mobiler Apps.
Wie beginnst du mit Python?
Für den Anfang reicht ein kleines, konkretes Ziel, etwa ein Kostenrechner oder ein Programm, das Dateien in einem Ordner zählt. Du musst nicht sofort eine umfangreiche Sammlung von Werkzeugen installieren.
- Wähle eine Umgebung. Nutze einen Interpreter im Browser oder installiere eine aktuelle, noch unterstützte Version von Python 3. Die Installationsdatei und eine Anleitung für dein Betriebssystem findest du auf der offiziellen Website des Projekts Python.
- Führe das Beispiel aus. Bei einer lokalen Installation kannst du den Editor IDLE verwenden, sofern er im gewählten Installationspaket enthalten ist. Speichere Programmdateien mit der Erweiterung
.py. - Lerne die Grundlagen. Übe den Umgang mit Variablen, Zahlen, Texten, Bedingungen, Schleifen und Funktionen. Eine Schleife wiederholt Anweisungen. Mit einer Funktion kannst du einem Codeabschnitt einen Namen geben und ihn mehrfach verwenden.
- Arbeite mit Kopien deiner Daten. Bevor das Programm die Namen oder Inhalte deiner eigentlichen Dateien verändert, teste es in einem Testverzeichnis.
Als ersten praktischen Schritt kannst du das Beispiel mit den Bestellungen ausführen und um die Berechnung des Tagesdurchschnitts erweitern. So hast du eine kleine Aufgabe mit überprüfbarem Ergebnis, ohne zusätzliche Werkzeuge erlernen zu müssen.
Siehe auch: Was ist 2FA?
