Was ist XML? Aufbau, Einsatz und Regeln
Autor: Redaktion Domeny.ForSale Veröffentlicht
Kurz erklärt: XML ist ein Textformat zum Speichern und Austauschen von Daten. Tags beschreiben dabei die Bedeutung und Struktur der Informationen. XML wird unter anderem für Systemintegrationen, Konfigurationsdateien und Sitemaps verwendet. Eine XML-Datei lässt sich in einem Texteditor lesen. Um sie richtig zu nutzen, müssen Sie jedoch die Regeln kennen, die das jeweilige System vorgibt.
Wie XML funktioniert und was der Name bedeutet
XML steht für Extensible Markup Language, also erweiterbare Auszeichnungssprache. Ein Tag ist eine Kennzeichnung in spitzen Klammern, zum Beispiel <preis>. Es gibt an, was der zwischen den Tags stehende Wert bedeutet.
„Erweiterbar“ bedeutet, dass XML keine feste Liste von Tag-Namen vorgibt. Wer ein Datenformat entwirft, kann Elemente wie <produkt>, <bestellung> oder <kunde> definieren. Die Systeme, die Daten austauschen, müssen sich jedoch auf Namen und Struktur einigen. Allein die Verwendung von XML sorgt nicht dafür, dass jedes Programm die Datei versteht.
XML beschreibt in erster Linie Daten, nicht deren Darstellung. Eine Datei mit dem Preis und Namen eines Produkts legt nicht automatisch fest, wie diese Angaben auf der Shopseite aussehen sollen. Für die Darstellung sorgt die Anwendung oder sorgen zusätzliche Verarbeitungsregeln.
Eine XML-Datei lesen: ein einfaches Beispiel
So kann ein einzelnes Produkt dargestellt werden:
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<produkt id="123">
<name>Keramikbecher</name>
<preis waehrung="PLN">39.90</preis>
<verfuegbar>true</verfuegbar>
</produkt>
Die erste Zeile ist die optionale XML-Deklaration. Sie gibt die Sprachversion und die Zeichenkodierung an, also die Art, wie Buchstaben und andere Zeichen in der Datei gespeichert werden. Steht in der Deklaration UTF-8, sollte die tatsächliche Zeichenkodierung der Datei damit übereinstimmen.
<produkt> ist das Wurzelelement, das die übrigen Elemente umschließt. <name>, <preis> und <verfuegbar> enthalten Werte. id="123" und waehrung="PLN" sind dagegen Attribute, also zusätzliche Angaben im öffnenden Tag.
Die Elementnamen lassen auf die Bedeutung der Daten schließen, legen aber nicht alle Regeln fest. XML selbst bestimmt weder, ob ein Preis zwei Nachkommastellen haben muss, noch ob true bedeutet, dass der Artikel auf Lager ist. Solche Regeln ergeben sich aus der Dokumentation des Formats oder dem Datenschema.
Welche Regeln korrektes XML erfüllen muss
Ein syntaktisch korrektes Dokument wird als well-formed, also wohlgeformt, bezeichnet. Es muss genau ein Wurzelelement haben, und seine Elemente müssen korrekt geschlossen und verschachtelt sein. <produkt><name>Becher</produkt></name> ist fehlerhaft, weil die schließenden Tags in der falschen Reihenfolge stehen.
Beim Lesen oder Korrigieren einer Datei sind folgende Regeln besonders wichtig:
- Groß- und Kleinschreibung sind relevant:
<Preis>und<preis>sind unterschiedliche Namen. - Attributwerte müssen in einfachen oder doppelten Anführungszeichen stehen.
- Ein leeres Element lässt sich als
<anmerkungen/>statt als<anmerkungen></anmerkungen>schreiben. - Manche Zeichen im Inhalt erfordern eine besondere Schreibweise:
&als&und<als<.
Eine korrekte Syntax bedeutet noch nicht, dass die Anforderungen des empfangenden Systems erfüllt sind. Zur Prüfung der Struktur lässt sich ein XSD-Schema verwenden. Dieses Dokument beschreibt die zulässigen Elemente, ihre Reihenfolge und die Datentypen ihrer Werte. Eine Datei kann syntaktisch korrektes XML enthalten und dennoch von einer Anwendung abgelehnt werden, etwa weil eine Bestellnummer fehlt.
In umfangreicheren Dokumenten kommen auch Namensräume vor. Sie ermöglichen es, gleichnamige Elemente aus unterschiedlichen Formaten zu unterscheiden. Deshalb sollten Sie Präfixe wie abc: und Deklarationen wie xmlns nicht allein deshalb entfernen, weil sie überflüssig erscheinen.
Wo XML eingesetzt wird und wie es sich von HTML und JSON unterscheidet
XML begegnet Ihnen beim Datenaustausch zwischen einem Shop und einem Großhändler, bei der Integration betrieblicher Systeme und in manchen Webdiensten. Es wird auch in RSS verwendet, einem Format zur Bereitstellung von Inhaltsaktualisierungen, sowie in SVG, einem Format für Vektorgrafiken. XML-Dateien finden sich außerdem innerhalb von DOCX- und XLSX-Dokumenten.
Eine XML-Sitemap enthält Seitenadressen und kann Suchmaschinen zusätzliche Informationen zu diesen Seiten übermitteln. Sie garantiert jedoch weder deren Indexierung noch eine bestimmte Platzierung in den Suchergebnissen.
HTML beschreibt die Struktur von Webseiten mithilfe festgelegter Elemente wie Überschriften und Absätzen. XML erlaubt es, eigene Elementnamen zum Speichern von Daten zu definieren. JSON ist dagegen ein anderes textbasiertes Datenaustauschformat, das hauptsächlich auf Name-Wert-Paaren und Listen beruht.
Für einfache Integrationen von Webanwendungen ist JSON oft praktischer und kompakter. XML kann die passende Wahl sein, wenn das empfangende System oder ein bestehender Standard es verlangt. Stellt beispielsweise ein Großhändler seinen Katalog in XML bereit, benötigt der Shop eine Importfunktion, die die konkrete Struktur dieses Katalogs unterstützt — nicht nur beliebige Dateien mit der Endung .xml.
XML öffnen und sicher verwenden
Um den Inhalt einer Datei anzusehen, genügt ein Texteditor. Ein Codeeditor hebt zusätzlich die Tags hervor und hilft dabei, Fehler zu finden. Auch ein Webbrowser kann die XML-Struktur oder eine Meldung über fehlerhafte Syntax anzeigen. Er ersetzt aber nicht die Prüfung, ob die Datei den Anforderungen der Anwendung entspricht.
Erstellen Sie vor dem Import eine Kopie der Datei, prüfen Sie das erforderliche Format anhand der Dokumentation des empfangenden Systems und testen Sie eine kleine Datenprobe. Laden Sie Dateien mit Kundendaten, Passwörtern oder Unternehmensinformationen nicht bei beliebigen Online-Validatoren hoch.
Wenn Sie eine Anwendung entwickeln, die XML aus unbekannten Quellen einliest, achten Sie auf eine sichere Konfiguration des Parsers, also des Programms, das das Dokument analysiert. Schränken Sie die Verarbeitung externer Entitäten und das Abrufen externer Ressourcen ein, damit eine Datei keinen unerwünschten Zugriff auf Dateien oder das Netzwerk erzwingen kann.
Ein praktischer erster Schritt: Öffnen Sie die XML-Datei in einem Editor, suchen Sie das Wurzelelement und vergleichen Sie die Struktur mit der Dokumentation des Systems, in das Sie die Daten importieren möchten.
Siehe auch: Was ist 2FA?
