Was ist Xubuntu und für wen lohnt es sich?
Autor: Redaktion Domeny.ForSale Veröffentlicht
Kurz gesagt: Xubuntu ist eine offizielle Variante von Ubuntu mit Xfce – einer Desktop-Umgebung, die für ihren geringen Ressourcenbedarf und ihren klassischen Aufbau geschätzt wird. Sie kann sich für ältere Computer und zum Programmieren eignen, beseitigt aber nicht die Grenzen eines schwachen Prozessors, knappen Arbeitsspeichers oder eines verschlissenen Laufwerks. Am besten startest du das System vor der Installation von einem USB-Stick und prüfst, ob die Hardware und die benötigten Anwendungen funktionieren.
Worin unterscheidet sich Xubuntu von Ubuntu?
Ubuntu ist eine Distribution von Linux, also ein einsatzfertiges Betriebssystem mit einer Softwareauswahl und einem Aktualisierungsmechanismus. Xubuntu verwendet dieselbe Basis und dieselben Paketquellen, aus denen Softwarepakete im System installiert werden. Der wichtigste sichtbare Unterschied ist die Desktop-Umgebung: Statt GNOME, das beim regulären Ubuntu zum Einsatz kommt, erhältst du Xfce.
Die Desktop-Umgebung ist unter anderem für den Desktop, die Leisten, das Anwendungsmenü und die Fensterverwaltung zuständig. Xfce bietet eine traditionelle Arbeitsweise, ohne aufwendige visuelle Effekte vorauszusetzen. In der Regel lässt es den Anwendungen mehr Ressourcen als umfangreichere Desktop-Umgebungen. Der tatsächliche Verbrauch hängt jedoch von der Systemversion, der Konfiguration und den laufenden Diensten ab.
Xubuntu ist also weder ein eigenständiges System, das ausschließlich für alte Computer entwickelt wurde, noch eine Spezialdistribution für die IT-Branche. Es ist ein vollwertiges Betriebssystem für allgemeine Aufgaben mit einem ressourcenschonenderen Desktop. Der offizielle Projektname lautet Xubuntu – mit großem X.
Macht Xubuntu einen älteren Computer schneller?
Am meisten lässt sich gewinnen, wenn die bisherige Desktop-Umgebung einen großen Teil des verfügbaren Arbeitsspeichers belegt und den Computer bereits nach dem Start belastet. Ein schlankerer Desktop kann dafür sorgen, dass Menüs schneller reagieren, Fenster sich zügiger wechseln lassen und die Arbeit mit mehreren einfachen Anwendungen angenehmer wird. Das bedeutet aber nicht, dass jede Aufgabe schneller erledigt wird.
Ein älterer Laptop mit 4 GB RAM und einer funktionierenden SSD kann beispielsweise zum Bearbeiten von Dokumenten, für die Arbeit im Terminal und zum Aufrufen einiger Webseiten geeignet sein. Derselbe Rechner kann bei Videokonferenzen und vielen geöffneten Browser-Tabs langsamer werden. In diesem Fall setzen vor allem die Anwendungen die Grenzen, nicht der Desktop selbst.
Prüfe vor der Wahl des Systems drei Punkte:
- Arbeitsspeicher (RAM): Er muss nicht nur für das Betriebssystem reichen, sondern auch für Browser, Editor und andere laufende Programme.
- Laufwerk: Ein langsamer oder beschädigter Datenträger kann unabhängig von der gewählten Distribution Verzögerungen verursachen. Der Austausch einer mechanischen Festplatte gegen eine SSD bringt häufig eine deutlich spürbarere Verbesserung als ein bloßer Wechsel der Desktop-Umgebung.
- Prozessor und Architektur: Sehr alte Hardware ist möglicherweise nicht mit aktuellen Installationsabbildern kompatibel. Welche Architekturen unterstützt werden, musst du in den offiziellen Unterlagen von Xubuntu prüfen.
Die Mindestanforderungen helfen einzuschätzen, ob sich das System starten lässt, garantieren aber kein angenehmes Arbeiten. Deshalb ist ein Test mit den eigenen Anwendungen aussagekräftiger als das Alter des Computers allein.
Xubuntu als System für Entwickler und Beschäftigte in der IT
Für technische Aufgaben ist Xubuntu vor allem dank seiner Ubuntu-Basis geeignet, nicht wegen besonderer Desktop-Funktionen. Zur Verfügung stehen ein Terminal, die Paketverwaltung APT sowie Werkzeuge zur Programmierung und Administration. Je nach Bedarf und Verfügbarkeit passender Versionen kannst du unter anderem Git, Python, Compiler oder einen SSH-Client nutzen.
Der klassische Xfce-Desktop kann Menschen entgegenkommen, die hauptsächlich mit Editor, Terminal und Browser arbeiten und von der Benutzeroberfläche vor allem Einfachheit erwarten. Die Wahl von Xubuntu allein beschleunigt jedoch weder das Kompilieren eines großen Projekts noch senkt sie die Anforderungen einer umfangreichen Entwicklungsumgebung. Container, virtuelle Maschinen und lokale Datenbanken brauchen weiterhin ausreichend Arbeitsspeicher und einen leistungsfähigen Prozessor.
Xubuntu ist daher nicht automatisch für jeden Entwickler die ideale Lösung. Prüfe vor dem Umstieg, ob der VPN-Client deines Unternehmens sowie die erforderlichen Anwendungen, Treiber und Sicherheitswerkzeuge verfügbar sind. Für ein Programm, das ausschließlich für Windows oder macOS entwickelt wurde, muss es kein kompatibles Gegenstück für Linux geben.
Wie kannst du Xubuntu ohne Installation testen?
Im Live-Modus lässt sich das System von einem USB-Stick starten, ohne es auf dem internen Laufwerk zu installieren. So kannst du zunächst prüfen, ob die Hardware unterstützt wird. Der Betrieb vom USB-Stick kann langsamer sein als von einer SSD. Ein solcher Test bildet die spätere Leistung deshalb nicht genau ab.
- Lade das Installationsabbild von der offiziellen Xubuntu-Website herunter. Prüfe die unterstützte Architektur, den Supportzeitraum der jeweiligen Ausgabe und die Hinweise zu bekannten Problemen.
- Erstelle mit einem Programm zum Schreiben von Systemabbildern einen bootfähigen USB-Stick. Dabei wird der bisherige Inhalt des ausgewählten Sticks gelöscht.
- Starte den Computer vom USB-Stick und wähle die Option zum Ausprobieren statt zur Installation.
- Teste Wi-Fi, Ton, Kamera, Touchpad und einen externen Monitor sowie den Wechsel in den Energiesparmodus und das anschließende Aufwecken.
- Öffne Webseiten und Dokumente, die du üblicherweise verwendest. Beurteile, ob die Hardware deinen tatsächlichen Arbeitsalltag bewältigt.
Wenn der Test gut ausfällt, sichere vor der Installation deine wichtigen Dateien. Das Installationsprogramm kann Partitionen verändern oder Daten auf dem Laufwerk löschen.
Welche Ausgabe solltest du wählen und was vor dem Umstieg prüfen?
Für einen täglich genutzten Computer ist eine noch unterstützte LTS-Ausgabe, also eine Ausgabe mit Langzeitunterstützung, ein sinnvoller Ausgangspunkt. Prüfe das genaue Supportende der jeweiligen Xubuntu-Version in der Projektdokumentation. Gehe nicht davon aus, dass alle Bestandteile und Varianten von Ubuntu denselben Wartungszeitraum haben.
Stütze deine Entscheidung auf einen kurzen Test deines eigenen Arbeitsalltags: Starte die benötigten Anwendungen, schließe deine Geräte an und prüfe den Zugriff auf die Dienste deines Unternehmens. Wenn alles funktioniert und der Computer unter typischer Last flüssig läuft, ist das eine wesentlich bessere Grundlage für die Installation als das bloße Versprechen eines „schlanken Linux“.
Siehe auch: Was ist lynx?
